Transformative soziale Innovation
Transformative soziale Innovation
Transformative soziale Innovation bezeichnet Veränderungsprozesse, die nicht nur eine neue Lösung für ein spezifisches Problem bieten, sondern auch die tieferliegenden Regeln, Beziehungen und Institutionen des sozialen Funktionierens verändern können. Sie konzentriert sich auf die Zusammenarbeit verschiedener Akteure, die Beteiligung der Gemeinschaft und langfristige, systemische Auswirkungen.
Transformative soziale Innovation beschreibt einen Veränderungsprozess, der nicht nur eine neue Lösung für ein spezifisches Problem bietet, sondern auch tieferliegende Muster des sozialen Funktionierens prägen kann. Das Wesentliche daran ist, dass Innovation nicht auf eine einzelne Organisation oder einen einzelnen Sektor beschränkt bleibt, sondern neue Beziehungen zwischen staatlichen, marktwirtschaftlichen, zivilgesellschaftlichen und gemeinschaftlichen Akteuren schafft.
Mehr als eine einmalige Lösung
Soziale Innovation beginnt oft mit einem klar definierten Bedarf. Der transformative Ansatz berücksichtigt jedoch auch die umfassenderen Beziehungen, institutionellen Abläufe und sozialen Praktiken, in die das jeweilige Problem eingebettet ist.
Daher ist es nicht nur wichtig, ob eine neue Dienstleistung, ein neues Programm oder eine neue Methode entwickelt wird, sondern auch, ob sich die Zusammenarbeit der Akteure im Laufe des Prozesses verändert. Eine Initiative kann transformativ wirken, wenn sie über ihre direkten Ergebnisse hinausgeht und auch die Art und Weise beeinflusst, wie die Gemeinschaft, Institutionen oder andere Akteure mit dem Problem umgehen.
Verschwimmen von Sektorgrenzen
Ein wichtiges Merkmal transformativer sozialer Innovation ist, dass sie traditionelle Sektorgrenzen überschreitet. Die Rollen des öffentlichen Sektors, des Marktes, zivilgesellschaftlicher Organisationen und lokaler Gemeinschaften sind nicht mehr klar voneinander getrennt, sondern miteinander verflochten.
Dieses Verschwimmen von Grenzen kann neue Handlungsformen hervorbringen. So können zivilgesellschaftliche Akteure beispielsweise nicht nur als Ergänzung, sondern auch als Initiatoren oder Vermittler auftreten; Kommunen können als Partner eingebunden werden; und Unternehmen können Teil sozialer Lösungen werden. Der Fokus liegt nicht darauf, wer aus welchem Sektor kommt, sondern darauf, ob die Akteure gemeinsam eine neue Antwort entwickeln können.
Potenzial für systemischen Wandel
Transformative Innovation ist eng mit dem systemischen Ansatz verknüpft. Er geht davon aus, dass soziale Probleme selten mit einer einzigen Intervention gelöst werden können. Nachhaltiger Wandel erfordert oft, dass Akteure das Problem gemeinsam verstehen, neue Kooperationen erproben und die Erfahrungen in weitere Maßnahmen einfließen lassen.
Dies ist kein unbedingt schneller oder spektakulärer Prozess. Veränderungen vollziehen sich oft schrittweise: durch veränderte institutionelle Praktiken, stärkere Bürgerbeteiligung, neue Partnerschaften oder indem eine zuvor isolierte Initiative zu einem Vorbild für größere Projekte wird.
Zusammenfassend:
Transformative soziale Innovation schafft nicht nur neue Lösungen, sondern prägt auch die Beziehungen zwischen den gesellschaftlichen Akteuren. Ihre Bedeutung liegt in ihrer Fähigkeit, durch sektorübergreifende Zusammenarbeit nachhaltigere, systemische Veränderungen anzustoßen.
Abbildung. Das Konzept der transformativen sozialen Innovation
László Rónavári-Kedves (2025): Die Rolle des zivilgesellschaftlichen Sektors im sozialen Wandel. Begriffsdefinitionen, Modelle und Beispiele aus der nationalen und internationalen Literatur zur sozialen Innovation. Dissertation, ELTE TáTK.
Quelle: Avelino, F., & Wittmayer, J. M. (2016). Shifting power relations in sustainability transitions. A multi-actor perspective. Journal of Environmental Policy & Planning, 18. 5. S. 628–649, basierend auf der Bearbeitung des Autors (2025).
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