Jugendhaus und Gemeindezentrum sollen auf der Üllői út gebaut werden

2026 Juni
InnoK
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Ifjúsági ház és közösségi HUB születik az Üllői úton

Die Tatsache, dass ein Gebäude eine neue Funktion erhält, ist an sich noch keine soziale Innovation. Sie wird erst dann zu einer, wenn der baulichen Umgestaltung reale lokale Bedürfnisse, die Berücksichtigung der Interessengruppen und eine langfristige gemeinschaftliche Logik zugrunde liegen.

Das ehemalige Pálma-Fitnessstudio in der Üllői út wird im Rahmen des Pilotprojekts im 18. Budapester Bezirk in ein Jugendzentrum und einen Gemeinschaftstreffpunkt umgewandelt. Das Projekt, das im Rahmen des Projekts BLUEPRINT Horizon Europe realisiert wird, zielt darauf ab, einen inklusiven, barrierefreien und multifunktionalen Gemeinschaftsraum zu schaffen, der die Teilhabe, das Lernen, die Kompetenzentwicklung, die Vernetzung und die Aktivitäten junger Menschen vor Ort fördert.

Das InnoK Knowledge Management Institute unterstützte die Entwicklung des Pilotprojekts im 18. Budapester Bezirk durch die Analyse von Interessengruppen und Nutzern in der Vorbereitungs- und Analysephase. Ziel war es, die geplante Umgestaltung nicht als bloße Gebäudesanierung, sondern als sozialen Innovations- und Gemeinwesenentwicklungsprozess zu verstehen.

Entwicklung basierend auf lokalen Bedürfnissen

Das Thema Gemeinschaftsräume ist längst nicht mehr nur eine Frage der Infrastruktur. In einem Stadtbezirk, wo man sich treffen, lernen, Programme organisieren, Hilfe suchen oder gemeinsam nachdenken kann, beeinflusst dies unmittelbar die Qualität der lokalen Vernetzung.

Basierend auf den sozialwissenschaftlichen Forschungserfahrungen von InnoK im 18. Bezirk von Budapest sind Möglichkeiten für Gemeinschaftsräume, lokale Kooperationen und die Entwicklung des Lebensumfelds von zentraler Bedeutung für die Anwohner. Die verschiedenen Bezirke weisen unterschiedliche Merkmale und Bedürfnisse auf, doch das Bedürfnis nach Vernetzung, Zusammenarbeit und einer Verbesserung des Umfelds erweist sich als gemeinsamer Nenner.

Daher ist es besonders wichtig, dass das Jugendhaus und der Gemeinschaftstreffpunkt Üllői út bereits in der Planungsphase die Perspektiven der lokalen Akteure, insbesondere junger Menschen, berücksichtigt. Ein solcher Raum kann nur dann langfristig wirklich funktional sein, wenn er nicht als von außen auferlegte Funktion, sondern als partizipative Gemeinschaftsinfrastruktur wahrgenommen wird, die auf die lokalen Bedürfnisse eingeht.

Wen kann der neue Treffpunkt ansprechen?

Die Analyse identifizierte mehrere Interessengruppen und Nutzergruppen. Die wichtigsten Akteure für die Entwicklung sind die lokale Jugend, die Anwohner, Vertreter der Kommunalverwaltung, Bildungseinrichtungen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Jugendorganisationen, soziale Einrichtungen, Kultur- und Gemeinwesenakteure sowie lokale Unternehmen.

Eine wichtige Aufgabe des geplanten Zentrums könnte darin bestehen, diese Akteure nicht isoliert voneinander zu betrachten, sondern Verbindungen zwischen ihnen zu schaffen. Ein gut funktionierender Gemeinschaftsraum ist nicht nur ein Ort für Programme, sondern auch ein Treffpunkt: für Institutionen, Fachkräfte, Jugendliche, Familien und zivilgesellschaftliche Akteure.

Besondere Aufmerksamkeit benötigen auch die besonders gefährdeten oder weniger eingebundenen Bevölkerungsgruppen, deren Teilnahme nicht selbstverständlich ist. Inklusives Handeln bedeutet nicht nur offene Türen, sondern auch gezielte Ansprache, barrierefreien Zugang, klare Kommunikation und Vertrauensbildung.

Jugendfreundliche, nicht-stigmatisierende Räume sind nötig.

Ein Gemeinschaftsraum wird für junge Menschen nur dann wirklich nutzbar, wenn er nicht als informelle, distanzierte oder stigmatisierende Umgebung wahrgenommen wird. Er braucht einen sicheren, offenen Raum, der zum Lernen geeignet ist und Raum für Gemeinschaftsprogramme und informelle Treffen bietet.

Das HUB kann auf vielfältige Nutzerbedürfnisse eingehen. Dazu gehören die Bereitstellung von Räumen zum Lernen und zur Kompetenzentwicklung, die Organisation von Jugendprogrammen und Mentoring-Angeboten, die Verbesserung des Zugangs zu digitalen Werkzeugen und Informationen sowie die Unterstützung von Gemeinschaftsveranstaltungen und Kooperationen.

Eine der wichtigsten Entwicklungschancen besteht darin, dass junge Menschen nicht nur Nutzer, sondern auch Gestalter des neuen Raums werden. Dies ist eine Frage der Perspektive. Eine für junge Menschen geschaffene Institution wird andere Ergebnisse erzielen – einen Raum, in dem junge Menschen sinnvoll an der Gestaltung, Erprobung und dem Betrieb beteiligt werden können.

Ohne Partizipation und Vertrauensbildung gibt es keine echte Gemeinschaftsentwicklung.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der InnoK-Analyse ist, dass bewusst organisierte partizipative Prozesse für den Erfolg von Entwicklung unerlässlich sind. Lokale Entscheidungsfindung, Expertenwissen und die Erfahrung der Gemeinschaft lassen sich effektiv kombinieren, wenn Betroffene ihre Meinungen in strukturierten, moderierten Situationen äußern können.

Teilnahme erfolgt jedoch nicht automatisch. Hindernisse können Informationsmangel, fehlendes Vertrauen, Zeit- und Ressourcenmangel, ungleicher digitaler Zugang, mangelnde Barrierefreiheit oder auch geringe Motivation junger Menschen zur Beteiligung sein.

Daher muss das Projekt sowohl Präsenz- als auch Online-Teilnahmemöglichkeiten bieten. Wichtig sind eine klare, jugendgerechte Kommunikation, die Einbindung von Schulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie die Rückmeldung an die Teilnehmenden, wie ihre Vorschläge in den Prozess eingeflossen sind.

Laut den Vorschlägen von InnoK kann die Entwicklung durch regelmäßige Stakeholder-Treffen, Jugend-Fokusgruppen, partizipative Workshops, digitale Feedbackkanäle, Möglichkeiten zum Community-Testing und Living-Lab-basierte Kooperationen unterstützt werden.

Mehr als nur eine Gebäudesanierung

Die Umnutzung des ehemaligen Pálma Fitness in der Üllői út stellt an sich schon eine nachhaltige Entwicklungsrichtung dar. Der Standort ist gut sichtbar, leicht zugänglich und eignet sich möglicherweise für eine neue Funktion in der Gemeinschaft.

Die eigentliche Chance liegt jedoch nicht allein im Gebäude. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, ob ein Jugend- und Gemeinschaftsraum geschaffen werden kann, der gleichzeitig eine partizipative Kultur vor Ort, den Zusammenhalt der Gemeinschaft, die Zusammenarbeit zwischen Institutionen und soziale Innovation fördert.

Der langfristige Erfolg hängt davon ab, ob ein tragfähiges Betriebsmodell entwickelt wird, ob die verschiedenen Zielgruppen erreicht werden und ob ein inklusiver und barrierefreier Betrieb gewährleistet ist. Fehlende Einbindung der Gemeinschaft, geringe Beteiligungsbereitschaft oder Finanzierungsunsicherheiten sind Risiken, die im Planungsprozess berücksichtigt werden müssen.

Im Projekt BLUEPRINT möchte InnoK durch Forschung, Partizipation und soziale Innovationsmethoden zur Schaffung eines Gemeinschaftsraums beitragen, der sich an den lokalen Bedürfnissen orientiert und langfristigen Mehrwert für die Jugendlichen und Gemeinschaften des Bezirks generiert.

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