Athens Cooling Havens: Klimainnovation für Budapest

Kühlende Oasen im Großstadtdschungel: oder wie bringen wir die Klimainnovationen Athens nach Pestszentlőrinc–Pestszentimre?

Wir alle spüren die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Haut: Heiße Sommertage und tropische Nächte stellen in unseren Städten eine zunehmende Herausforderung dar. Doch was wäre, wenn wir die Kraft der Technologie und der Natur vereinen könnten, um kühle Oasen im Stadtgebiet zu schaffen? Genau daran arbeitet das gemeinnützige Institut InnoK Knowledge Management Institute Kft. im Rahmen des europaweiten Projekts „Athens Cooling Havens“.

Worum geht es beim Projekt „Athens Cooling Havens“?

Das von der Europäischen Union im Rahmen der Europäischen Stadtinitiative (EUI) finanzierte Projekt hat zum Ziel, ein revolutionäres urbanes Kühlsystem zu entwickeln. Das Pilotprojekt befindet sich in Athen, einer der am dichtesten besiedelten und heißesten Hauptstädte Europas, wo der Hitzeinseleffekt besonders ausgeprägt ist.

Das Projekt beschränkt sich nicht nur auf das Pflanzen von Bäumen, sondern zielt auf die Schaffung eines komplexen Hybridsystems ab, das naturbasierte Lösungen mit modernster Technologie kombiniert. Das System basiert auf zwei Säulen:

  • Kreislaufwirtschaft: Wir verschwenden kein Trinkwasser für die Kühlung! Das System sammelt und reinigt Regenwasser oder andere alternative Wasserquellen und nutzt es.
  • Intelligente Kühlung: Das gereinigte Wasser wird als feiner Nebel (adiabatische Kühlung) in die Luft abgegeben, wodurch die Temperatur sofort sinkt. All dies wird von künstlicher Intelligenz gesteuert, die mithilfe von Sensoren das System nur bei Bedarf aktiviert.

Welche Rolle spielt InnoK? – Die Innovationsbrücke

Der 18. Budapester Bezirk (Pestszentlőrinc–Pestszentimre) beteiligt sich als wichtiger Partner und sogenannte „Transferstadt“ an dem Projekt. Die strategische Partnerschaft wird von der Bezirksverwaltung gewährleistet, während die operative und fachliche Umsetzung des Projekts in der Verantwortung des Wissensmanagementinstituts InnoK liegt.

InnoK ist zuständig für Forschung und Entwicklung, die Erforschung und Anpassung internationaler Best Practices sowie die Integration internationalen Wissens in den lokalen Kontext. Das Institut hat zudem die Möglichkeit der Projektteilnahme mithilfe seines bestehenden internationalen Netzwerks geprüft und vorbereitet.

Unsere Mission ist Wissenstransfer und -anpassung. Wir kopieren nicht einfach griechische Erfindungen. Die Aufgabe der InnoK-Experten besteht darin, zu untersuchen, wie diese mediterrane Technologie auf unser kontinentales Klima und die spezifischen Gegebenheiten des Bezirks – beispielsweise die dicht bebauten Gebiete der Wohnsiedlung Havanna – übertragen werden kann.

InnoKs Aufgaben während des Projekts:
  • Praxisnahe Schulung: Unsere Experten analysieren die Betriebssysteme vor Ort in Athen.
    Erstellung einer
  • Machbarkeitsstudie: Wir entwickeln einen detaillierten Plan, der aufzeigt, wo und in welcher Form solche Kühloasen im 18. Bezirk errichtet werden können.
  • Rechtliche und technische Vorbereitung: Wir analysieren die regulatorischen Rahmenbedingungen, die für die öffentliche Kühlung mittels Wasserrecycling in unserem Land erforderlich sind.
Mit wem arbeiten wir zusammen? – Im Stakeholder-Netzwerk

Die erfolgreiche nationale Adaption athenischer Innovationen erfolgt in einem breiten, internationalen und nationalen Partnerschaftsnetzwerk (Konsortium). InnoK fungiert in diesem Netzwerk als Vermittler.

Die Wissensbewahrer (Athen und seine Partner)

Das Projekt wird von der Stadt Athen geleitet, wir stehen aber in engem Kontakt mit Technologiekonzernen und Universitäten (z. B. der Nationalen Technischen Universität Athen), die künstliche Intelligenz und Wasseraufbereitungssysteme entwickeln. Von ihnen erhalten wir Rohdaten und technologisches Know-how.

Die Studentenpartner (Internationale Partnerstädte)

Wir sind mit unserem Lernprozess nicht allein. Wir arbeiten mit den Städten Roeselare in Belgien und Sofia in Bulgarien zusammen.

  • Wir lernen zum Beispiel von Roeselare, wie man ältere Menschen in die Planung einbezieht und wie man Grünflächen feuerfest macht.
  • Gemeinsam mit Sofia untersuchen wir, wie grüne Infrastruktur in Zusammenarbeit mit privaten Eigentümern entwickelt werden kann.

 

Die wichtigsten Partner

Die Einbindung der Anwohner ist eines der Kernprinzipien des Projekts. Die Methodik von InnoK basiert auf der Annahme, dass technologische Lösungen allein nicht ausreichen: Das Konzept der „Kühlparadiese“ stellt die Beteiligung der Gemeinschaft und deren soziale Einbindung in den Mittelpunkt.

Wir haben eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit den Teilnehmern des Bürgerdialogs initiiert. Darüber hinaus werden wir weitere Interessengruppen und wichtige Akteure – darunter lokale Institutionen, NGOs, professionelle Partner und Wirtschaftsakteure – in den Prozess einbeziehen, um eine echte Partnerschaft in der Planung zu gewährleisten.

Unser Ziel ist es, dass die Kühlzentren der Zukunft nicht nur als technische Infrastruktur dienen, sondern zu lebendigen und nachhaltigen Gemeinschaftsräumen werden, die den lokalen Bedürfnissen entsprechen.

Warum ist das gut für den Bezirk?

Bis zum Projektende (Mai 2028) wird InnoK einen fertigen, investitionsfähigen Replikationsplan vorlegen. Dadurch wird sichergestellt, dass die gewonnenen Erkenntnisse nicht verloren gehen, sondern in ein konkretes Stadtentwicklungsprogramm umgesetzt werden.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen einen lebenswerteren, angenehmeren und grüneren 18. Bezirk schaffen, in dem modernste europäische Innovationen dem Komfort und der Gesundheit der Bevölkerung dienen.

Unsere Partner bei der Umsetzung – Das inländische professionelle Netzwerk

Die Aufgabe des InnoK Wissensmanagement-Instituts besteht darin, Innovationen aus Athen an die lokalen Gegebenheiten anzupassen. Hierfür ist ein stabiles und vielfältiges professionelles Netzwerk unerlässlich. Für den Erfolg des Projekts arbeiten wir eng mit fast 20 Schlüsselakteuren zusammen, die uns von der Entscheidungsfindung über die fachliche Planung bis hin zur Umsetzung in der Gemeinde unterstützen.