Ein ungarisches Vorzeigemodell in einem internationalen museologischen Handbuch
Nur wenige lokale Institutionen in Ungarn haben einen solch nachhaltigen Einfluss wie das Tomory Lajos Museum im 18. Bezirk von Budapest. Nun hat das Museum auch internationale Anerkennung erhalten: Es wurde als herausragendes Best-Practice-Beispiel in die fünfte Ausgabe des renommierten Fachbuchs Museum Basics: The International Handbook von Timothy Ambrose und Crispin Paine aufgenommen.
Das über 400-seitige englischsprachige Handbuch zeigt anhand weltweiter Beispiele, wie Museen den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts begegnen. Das Tomory Lajos Museum ist als einziges ungarisches Museum vertreten – nicht nur als Fallstudie, sondern als Repräsentant nationaler Best Practices, Kooperationsmodelle und gemeinwohlorientierter Ansätze.
Ein Gemeinschaftsmuseum mit Strahlkraft Das Tomory Lajos Museum ist kein klassisches Stadtmuseum: Seine lokale Verankerung, seine gemeinschaftsorientierte Arbeitsweise und strategische Weitsicht machen es zu einem international beachteten Beispiel. Seit 2008 durchläuft das Museum gezielte Entwicklungsprozesse: neue Ausstellungsorte, thematische Sammlungen, digitale Lösungen und interaktive Programme – all das wird auf vielfältige Weise vom Bezirk Budapest XVIII als Träger unterstützt. Während das Hauptgebäude noch umgebaut wird, betreibt das Museum bereits fünf Ausstellungsräume, organisiert jährlich 20–30 Ausstellungen und begrüßt über 15.000 Teilnehmende.
Vorbildlich sind auch Initiativen zur Bewahrung lokaler Identität – wie die Luftfahrtausstellung im Aeropark oder der Kondor Béla Gedenkraum. Das Museum unterstützt zudem Projekte wie das Nemcsics Antal Gedenkhaus.
Ein internationales Vorbild für kleine Museen Kapitel 10 des Museum Basics widmet sich Museumsführung und strategischem Management und stellt das Tomory Lajos Museum unter dem Titel „Ein kleines Museum in der Großstadt“ vor. Die Wahl war kein Zufall: Die Autoren suchten nach Einrichtungen, die mit begrenzten Ressourcen herausragende Arbeit leisten. Vorgeschlagen wurde das Museum von ICOM Ungarn, die Übersetzung wurde von ungarischen Fachleuten geprüft – insbesondere vom Herman Ottó Museum in Miskolc, Übersetzerin Gabriella Frank und Berater Arnold Tóth.
Kooperation, Nachhaltigkeit, Gemeinschaft Das Tomory Lajos Museum ist nicht nur räumlich, sondern auch konzeptionell besonders. Es versteht sich als echte Gemeinschaftseinrichtung und kooperiert mit über 90 öffentlichen, zivilgesellschaftlichen und kirchlichen Organisationen im Bezirk. So entstanden u. a. Freiluftausstellungen während der Pandemie oder QR-Code-basierte historische Spaziergänge mit Schüler:innen.
Zudem stellt das Museum seinen 5.000 m² großen Garten anderen Organisationen für Veranstaltungen zur Verfügung – etwa für Filmabende, Großeltern-Enkel-Programme oder Umwelttage.
Hinter jedem Erfolg stehen Menschen Das Museum wird von einem Team aus 11 Mitarbeitenden geführt – 9 davon Fachkräfte, 2 in der Verwaltung. Ihre Arbeit ist geprägt von Engagement, Offenheit, strategischem Denken und kontinuierlichem Lernen. 2023 zählte das Museum 134.563 Besucher:innen – eine landesweit beachtliche Zahl.
Ein zukunftsweisendes Museumsmodell Das Tomory Lajos Museum zeigt, dass erfolgreiche öffentliche Kultureinrichtungen nicht zwangsläufig große Budgets benötigen, sondern strategisches Denken, professionelle Arbeit, starke Gemeinschaftsbindung – und eine unterstützende, partnerschaftlich agierende Trägerschaft. Als das Handbuch Vertretern des Kulturministeriums vorgestellt wurde, betonten diese sofort: Kein Museum kann ohne engagierten Träger erfolgreich sein. Der 18. Bezirk war dabei weit mehr als ein Geldgeber – er spielte eine aktive, initiierende Rolle. Ohne diese Unterstützung wäre die internationale Anerkennung kaum möglich gewesen.
Die weltweite Aufmerksamkeit würdigt nicht nur das Museum, sondern auch die ungarische Museumslandschaft und die vorbildliche Haltung der lokalen Verwaltung. Der 18. Bezirk kann zu Recht stolz sein – das Tomory Lajos Museum ist ein herausragendes Beispiel für ein zukunftsweisendes ungarisches Kulturinstitut.





